gestern war ja der weltfrauentag. zwischen peinlicher berührtheit und unverständnis der männer gabs dann auch hier und da ganz brauchbar tiefgreifende diskurse. vor allem fallen einem männer auf, die den tag ernster nehmen als frauen und fast schon brachial maskulin das durchprügeln der quotenregelung fordern. warum ich gegen ein solches vorgehen bin hab ich schon früher mal definiert, auch glaub ich nicht an die göttlichkeit von weiblichen chefs oder die vielzitierte empathischen führungsstile die nur frauen in sich haben. ich denke jede machtposition sollte ganz individuell besetzt werden und solang nicht das reissverschlusssystem (frau folgt mann und mann folgt frau) zu einer 50:50 regelung angewandt wird sollen die radikal-macho-emanzen sich doch am salzamt beschweren. genau da hake ich auch ein: von “den männern” eine beteiligung der frauen zu fordern seh ich jetzt nicht so als die gewinner strategie.

auch geb ich zu bedenken, dass – und da kenn ich mich ein wenig aus – z.b autonome strukturen von männern geschaffen wurden. generell wird die dreckige aufbauarbeit von männern erledigt, frauen kommen dann wenn es sauber und geordnet abläuft. ich will ja nicht sagen, dass es ganz ohne frauen geht – mitnichten – aber wie wärs wenn frauen sich mal eigene strukturen aufbauen. ohne männerhilfe. diese könnten dann ganz und gar von frauen strukturiert und geführt werden. dann müsste man auch nicht beim bösen männlichen geschlecht strukturen fordern die sie dann begünstigen.

wo ich aber nicht so richtig durchblicke sind die verhaltensweisen von männern, die auf die eine oder andere weise frust mit den vorherrschenden strukturen aufgerissen haben, ein problem mit der autorität ihrer mutter haben oder sonstwie plötzlichen drang verspüren päpstlicher als der papst sein zu müssen. die fordern dann ganz rigoros die quote durchzupeitschen und sind sich auch nicht zu schade wilde rundumschläge zu setzen womit sie sich meistens selbst deklassieren. da seh ich irgendwie so eine vorauseilende selbstanklage obwohl das alles menschen sind denen ich totalen respekt zollen würde wären sie nicht auf diesem gebiet so daneben.

ich seh das ganz pragmatisch: eine zwingende quote übers knie zu brechen wird nur den frust der generation anhäufen, die sich ohnehin schon mit themen wie feminismus, gleichberechtigung, halbe halbe im haushalt auseinandersetzen und deren respekt vor frauen soweit geht, dass sie sich nicht einmal mehr trauen ihre freundin zu schwängern weil dies schon an körperverletzung grenzt. genau dieses stück mann wird dann auch noch durch die quotenregelung benachteiligt und muss sich auf dauer dann dermassen frust anhäufen weil entlang des weges dann festgestellt wird, dass die tolle neue chefin halt doch nur so durchschnittlich wie der alte chef ist und sie dann erst wieder männer präferiert da frauen nur allzu kritisch mit anderen frauen umgehen können.

vor allem ist eines auffällig: frauen sind nicht als führerinnen sozialisiert worden. in der erziehung werden mädchen auf haushaltsaufgaben vorbereitet und immer noch mit den alten klischees konfrontiert, da die jetzigen mütter/grossmütter/tanten/usw eben noch im alten system grossgeworden sind und grösstenteils nur das weitergeben können. wir müssen hier ganz unten den hebel ansetzen, in den kindergärten, volksschulen, gymnasien und unis. frauen müssen an den unruheherd. führen ist auch nicht lustig. jeder, der schon mal selbst das kommando über eine organisationseinheit hatte weiss, dass man in einer solchen rolle tagtäglich funktionieren muss. vorbild sein und unbedankt mehrstunden leistet die keiner aber wirklich auch gar keiner sieht.

deshalb kann auch nicht von heute auf morgen da ein umbruch erreicht werden. das ganze system steckt ohnehin in einer krise mit krieg und massenvernichtung um die ecke. viele denken da kann mit ein paar gesetzen und brachialen quoten eine änderung erreicht werden. doch so einfach ist das alles nicht, es bedarf strategischer überlegungen und umsichtiger handlungsweisen. sonst entfernen sich mann und frau noch weiter als es ohnehin schon der fall ist. wie sagte rosa mayreder? “Die beiden Geschlechter stehen in einer zu engen Verbindung, sind voneinander zu abhängig, als dass Zustände, die das eine treffen, das andere nicht berühren sollten.” suchen wir uns doch eine gemeinsame lösung. eine wo wir als partner in die geschichte eingehen. nicht als feinde.