halbzeit? echt, schon so spät … na pumm
jetzt hab ich mal auf die uhr geschaut. so einfach unverbindlich. ich bin ja auch keine diva, die daraus einen hehl machen müsste oder so. 36 steht da. 72 ist ein schöner schlusspunkt finde ich, verwandte aus der direkten linie wurden auch genau so alt also mit ein wenig pessemismus kann man schon eines hier feststellen: midlife. und die einhergehende crisis.
bislang war ich ja berufsjugendlich und unbeschwert. doch der jüngste todesfall in der familie hat mich dann doch zum nachdenken gebracht. 36 also. lebensmitte. wieso muss man eigentlich ab 30 von einer krise in die andere schlittern? und was wenn ich meine krise einfach ignoriere? ich muss mich ja nicht allem öffnen.
gut, ich weiss man kommt aus jeder krise wieder raus. egal wie tief sie ist, wie sehr sie einem mitspielt und was immer man sich auch einredet um da nie wieder rauskommen zu können. ich hab ja dieses gen eingebaut, oder ist es einfach trotz, dass ich in massiven – sich anhäufenden und überschlagenden krisensituationen irgendwann mal das ganze mit lachkrämpfen kompensiere und davon ausgehe, dass ich wie aus jeder krise gestärkt hervorgehen werde. das sagt uns das gesetz der serie.
aber die midlife crisis, die respektiere ich. irgendwie hab ich mich schon die ganze zeit drauf gefreut und nun kann man sie feiern, oder? was soll das teil eigentlich in mir auslösen? soll ich jetzt zum besseren menschen werden? kann man mich eigentlich verbessern? will ich das? darf man das?
diese spezialkrise ist also eine realitätscheck krise. ich erinnere mich an die worte meiner mutter an einem lauen sommertag diesen jahres: “sag mal .. als twen hast du doch grössere pläne gehabt, höhere ziele gesteckt. bist du eigentlich zufrieden mit dem das du machst?”
man probiert ja viel aus. dieses, jenes. jobs, lebensmodelle, lebenspartner und freunde. irgendwann merkt man die fadesse in allem erlebten und dann muss man sich auf etwas festlegen. es geht ja nicht, dass man weiter die omnipotenzphantasien spinnt. wo kämen wir da hin.
also, in anbetracht meines peak-erlebens trage ich jetzt folgende berufswünsche zu grabe.
- astronaut
- jäger
- formel eins fahrer
- profi schwimmer (400m kraul)
- präsident der vereinigten staaten
- kaiser von china
- tiefseetaucher
- siebdruckmeister
- holzlampenverkäufer
- brückenkopfkommandant in süd-ost asien
- verkehrspilot in einem tschumbo tschett
- lokomotivführer bei der eisenbahn
so das tat weh. vor allem astronaut war mir immer das liebste. so in einem abhebenden space shuttle, die tosenden motoren, das brüllen der metallstruktur beim umbarmherzigen blast off. das ist besser als fight club. brachiales vorwärtsschieben bis die bände der erdanziehung endgültig überwunden sind. naja.
ach, und den tod akzeptieren. das ist auch in zuge der krise passiert. irgendwann wird auch peter scharmüller sterben und vielleicht wird das sogar ein sehr angenehmes erlebnis sein. ganz im ernst. ohne suizidgedanken oder ähnlichem. irgendwann wird diese existenz hier zu ende gehen und ich werde es hoffentlich hinnehmen können. bislang hat man sich auf das leben vorbereitet, jetzt gehts um eine vernünftige exit strategie. mal sehen was mir einfällt. sollten wir uns bis dahin nicht mehr treffen, wünsch ich noch ein feines restleben.