immer wieder ist man verblüfft von den strömungen in der jugendkultur, die einen oft nicht mal streifen geschweige denn berühren. mir gehts immer öfter so, gut vielleicht bin ich auch nicht der prototypische musikkonsument wie man ihn kennt oder gerne hätte. nichts desto trotz gebe ich jedes monat eine nicht geringfügige summe auf itunes aus, obwohl ich immer weniger zeitgenössisches finde das mir gefällt.

aber jetzt zum swag zurück. das muss einem auch nicht peinlich sein, wenn man den ausdruck jetzt nicht kennt solange man weiss wie man den swag aufdreht. denn das ist wenigstens für eine karriere im musikbusiness total wichtig. was wir anhand von ein paar videos beweisen können.

swag 1) ein gewisser soldjaBoy aus dem windigen chicago hat einen daddy und der will eines: seinen sohn auf der bühne sehen. deswegen richtet er ihm ein recording studio im keller des hauses ein und bringt ihm dinge über das wesen und wirken eines mikrofons bei. da hat er zwar nicht so viel erfolg aber man kann durchaus attestieren, dass der gute soldjaBoy eine aufnahme starten, halten und noch mehr oder weniger schlüssige texte damit artikulieren kann:

soldjaBoy – turn my swag on

jedenfalls hat der gute früher oder später – wer weiss das schon so genau – einen vertrag mit interscope rec. unterschrieben. die fanden ihn dann echt gut. interscope bedient sich des internets als promo tool, vor allem um unbekannte namen mit mangelndem talent wie z.b ‘lady gaga’ zu promoten. dr. dre ist da einer der masterminds dahinter..

swag 2) gut, dann gibt es die süsse cher lloyd aus Malvern/Worcestershire in grossbritannien, die hat ende 2010 dann bei dem britischen x-factor den gleichen song performed womit sie die jury gleichsam vom hocker gerissen hat. wunderschön anzusehen wie die 16jährige mit hochhackigen stiefeln über die bühne tappst und ihre familie im backstage dazu mitzittert. oma opa mama bruder – alle da.

cher lloyd beim x-factor

ungefähr zur gleichen zeit hat sich ein gewisser ‘money boy’ dazu durchgerungen auch hip hop zu machen. auffällig auch wiederum seine talentfreiheit und nervige stimme. er nahm natürlich den song her, der schon den beiden anderen zur ehre gereichte und aus ‘turn my swag on’ wurde ‘dreh den swag auf’. also eine 1:1 übersetzung ins deutsche.

swag 3) schön, ne. hier sieht man ein deutliches beispiel wie verwertungsgesellschaften funktionieren. ein song, für alle märkte aufbereitet. interscope hat also ein funktionierendes konzept das immer wieder angewandt wurde. lustig auch die beteuerungen von ‘money boy’ er sei selfmade und macht alles nur aus eigenem antrieb. aber er ist ja eh schon fein raus, aggro berlin hat ihn schon gefunden, ich glaube wir werden uns noch ein paar monate mit dem herrn auseinandersetzen bis er dann wieder zurück nach simmering geht und dort eine psychotherapie anfängt. wünschen wir ihm jetzt schon viel glück.