elfenbeinküste: unsere top strategen bei der arbeit.
gut, lange war das argument gegen einen libyen einsatz “schau doch mal auf cote ‘d ivory!” da sterben täglich mehr menschen als in tripolis und keiner tut was. gut, das kann man jetzt nicht mehr so sagen, die UN und frankreich beginnen bereits mit den bombardements.
militärische präzision made in france. wo die lenkwaffen wohl “einfahren” werden?wiedermal kollateralschäden, wieder viele tote. und immer wieder glauben wir im westen, wenn sich zwei streiten dann bombardiere ihre familien. das wird schon gut gehn.
es wäre ganz gut, wenn man in dieser hinsicht mal ein wenig militärische präzision walten lassen könnte. oder wenn man dazu nicht in der lage ist zugeben, dass ein militärisches einschreiten immer recht viele zivile opfer fordert. stattdessen wird via medien den armen linksnaiven was vorgelogen bis allen schlecht wird.
die vielen kleinen misiks da draussen glauben nämlich, ein einsatz mit waffengewalt zum schutze der zivilisten bringt sofortige erlösung von den bösen und alle fahren in den himmel auf. die realität ist jedoch anders. bissiger. und vor allem tödlicher.
als ehemaliger militär kann ich nur zur vernunft mahnen: jeder einsatz – und ist er noch so präzise – fordert kollateralen schaden. dieser ist abzuwägen und nötigenfalls in kauf zu nehmen. beim beispiel nazi-deutschland konnte man städte wie dresden opfern da die akzeptanz und kollaboration unter der bevölkerung für das hitler regime dermassen hoch
war, dass man wohl wenig unschuldige treffen hätte können.
anders jedoch hier in elfenbeinküste. massaker auf beiden seiten. gut die stunden von Laurent Gbagbo sind definitiv gezählt, wenn Alassane Ouattara an die macht kommt dann wird ihm schon der imperativ des imperators befehlen seine gegner radikal zu bekämpfen und noch mehr menschen werden sterben.
freilicherweise nicht die hundert millionen tote die gaddafi angerichtet hätte wenn er in benghasi einmarschiert wäre, aber sicher ein paar weniger. so machtumstürze sind nämlich oft fatal: selbst wenn der nachfolger von sich behauptet “change we can believe in” zu bringen, wird er durch die kämpfe so dermassen korrumpiert und gewalttätig – die alten methoden des zu stürzenden regimes übertragen sich auf ihn.
so kann man sagen, die probleme dieser länder sind nicht auf einen menschen oder eine kleine gruppe zu reduzieren, sie stellen eine reihe von traumata über die jahre und generationen dar.
und so sehr ich für schnelle lösungen bin, aber ich fürchte ihnen noch mehr bomben auf ihre ohnehin schon recht lymbisch dominierten köpfe zu werfen wird nicht die gewollte besserung bringen.
wie wärs mal mit einem radikal anderen ansatz? friedensgespräche, beobachterInnen, kulturaustausch, free hugs ….