vielleicht erinnern wir uns daran, dass im donaupark eine büste von che guevara errichtet worden ist. dieses populär-hisorische denkmal des bekannten cuba revolutionärs, der dann so richtig gut zeigte wie revolutionen ihre kinder fressen können, wurde recht bald zu einer zielscheibe für rechts-nationale terroristen. komischerweise ist diese spezielle form von militanten aktionisten aber gegen terror jeglicher art, ausser wenn es sich um ihren eigenen handelt. eigentlich wollten sie ja nur rache am siegfried kopf nehmen, aber das kam leider nur auf ihren eigenen ‘heimatseiten’ so richtig rüber…

heimatseite, netzpost der süsse deutschsprech lässt es erahnen, die burschenschaftler meinen es ernst mit dem internet. hier werden – wenn auch formal bedenklich – die neuen techniken des netzes ausgenutzt um sie für die heilige sache zu entarten. war doch das web seit jeher eher ein ort des diskurses und des austauschs muten die kommentarbefreiten heimatseiten der deutschnationalen eher an wie ein meisterbeispiel des faschistischen denkens. es soll auch nur eine einweg kommunikation geben, jeder diskurs würde die argumentative unmöglichkeit dieses gedankenkonstrukt verdeutlichen.

da wird ungezügelt gegen juden geschimpft, herbert schweigers achso heroische gerichtsperformance in echtzeit dokumentiert, und so ziemlich jede geschichtliche dreistigkeit mit gleichzeitigem verdummungsanspruch an die umerzogenen historiker erlaubt. aber wie können gerade jetzt einzelne randgruppen aus dem geschichtskonsens so auffällig ausbrechen, eine kleingruppe die öffentliche meinung mittlerweile doch nachhaltig färben?

es liegt daran, dass unsere gesellschaft post historisch wurde, der geschichtsunterricht sich darauf beschränkt die greuel der nazis in unzähligen filmen beweisen zu wollen. wie kann einer, der gerade in die oberstufe gekommen ist anhand eines isolierten beispiels der nahen vergangenheit überhaupt erst erkennen, was da im vorigen jahrhundert passiert ist ?

wenn wenigstens seit der französischen revolution geschichtsunterricht glaubhaft erörtern könnte, wieso es zu den grossen kriegen gekommen ist, und dass ein krieg nur die rechtfertigung für den nächsten krieg sein kann, wird sich geschichte immer wieder repetitiv abspulen und unsere spezies niemehr aus diesem kreislauf ausbrechen.

dann stellen sich natürlich ein wenig verblendete, sozial verarmte recken auf die seite der nazis, damit das andenken der geschichte nicht so gegen uns geht. es ist ja auch recht angesagt in jugendjahren einmal eine kontroverse stellung zu beziehen. aber wenn ich mir jetzt andreas thierry oder herbert schweiger ansehe, dann frage ich mich wann diese herren endlich wieder zur besinnung kommen und statt hetzreden zu schreiben wieder das tanzbein mit der zivilgesellschaft schwingen, damit das ewige leiden endlich auch mal ein ende haben kann.

ich bin ein träumer? red ma drüber…