cui bono. schwere frage. jedenfalls spalten wir uns
gut, jeder der dieses blog liest weiss, dass ich den revolutionen im arabischen frühling gespalten gegenüberstehe. das ist jedenfalls nicht weil ich gaddafi, assad und co so toll finde. das muss ich hier auch mal ganz klar herausstreichen.
ganz im gegenteil. ich wünsche mir eine libertäre gesellschaft und das wir uns alle in diskursen annähern und zu lösungen finden. jegliche bewaffnete auseinandersetzung hat keinerlei chance auf eine gütliche lösung, die parteien werden danach mehr zerstritten sein als vorher und die gesellschaft des landes über jahrzehnte an den psychischen folgen des krieges zu kauen hat.
in libyen beginnen nun die einzelnen stämme sich gegenseitig vorzuwerfen, dass sie eigentlich gaddafi freunde waren und die ersten beginnen ihre waffen aufeinander zu richten. man sieht also die ähnliche situation wie in irak, wo saddam hussein die verfeindeten stämme durch sein regime zusammenhielt. sobald der despot weg ist fangen sie an sich um ihre pfründe zu streiten und das land zerfällt.
auf der einen seite ist das eine logische entwicklung, auf der anderen seite ist es ein wenig schade um die prosperität die sich die leute da so erwirtschaftet haben. ich wage anhand des konkreten beispiels von libyen zu bezweifeln, ob das land auch in ein paar jahren wieder dorthin zurück findet wo es vor märz 2011 gewesen war.
unter dem strich können wir also feststellen, dass es keinen bösen und nur bösen diktator gibt. es gibt auch keine rebellen die nur das schöne, wahre und gute suchen. vor allem gibt es keinerlei recht für uns hier die polizei zu spielen um einen von den beiden zu unterstützen. diese formen der intervention mit dem drohenden “was wäre passiert wenn wir nicht eingeschritten wären” hat mir einfach zu viele konjunktive an bord.
die frage ist vielmehr: was passiert gerade weil wir eingegriffen haben.