es ist vollbracht. unsere gesellschaft ist dort angekommen wo zwar keiner hinwollte, aber doch ist es passiert: wir ziehen uns gegenseitig runter und ergötzen uns am mischpoch des anderen. mir ist das unlängst passiert, da musste ich mich von einem langjährigen freund trennen der sich nur noch dadurch aufbaute mir vorzuhalten wie schlimm mein leben nicht läuft, wie sinnlos mein job ist (den ich aus ganzen herzen und mit voller überzeugung mache) und so zeug eben. gut, ich schiesse da meistens über das ziel hinaus und ein befreiungsschlag wird zum vernichtungsschlag. aber was solls, ich mag klare verhältnisse.

jedenfalls sortiere ich mein umfeld gerade aus auf faule eier. ein oder zwei sind okay, aber wenn leute dadurch auffallen nur noch negative inputs zu streuen, dir nur schlechtes über deine neue frisur sagen oder deine neue gaderobe ganz und gar unpassend finden dann werd sie einfach los. auf der anderen seite binde ich menschen, die sich über die jahre als wirklich gute berater, freunde oder liebhaber erwiesen haben nun mehr in mein leben ein.

bin ich egoistisch ? bin etwa ich der soliptiker? ja und nein. ich hab keine andere wahl. meine midlifecrisis hat es mir so befohlen. realitätscheck ist angesagt. die letzen fast 4 jahrzehnte war alles easy, ich hatte soviel geld, energie und musse, mich um alles und jeden zu kümmern. humanismus zum kubik quasi. doch die wirtschaftskrise hat das vermögen meiner familie dezimiert, das alter meine eltern devastiert und ich musste feststellen, dass ich über der halbzeit meines lebenslaufs angekommen bin und mit dem was bislang im curriculum steht so ganz und gar unzufrieden bin.

auf den ersten blick klingt das alles sehr deprimierend und hart. und auf den zweiten blick ist es das auch. aber da kann man nichts machen, jeder ist sich selbst der nächste.

das nächste post geht wieder über krieg. gar nicht emo. ich schwörs.