progressive genderforschung. oder: wo sind wir falsch abgebogen?

die beiden geschlechter stehen
in einer zu engen verbindung
und voneinander zu abhängig
als dass zustände
die das eine betreffen
das andere nicht berühren
sollten
rosa mayreder
rosa mayreder, bedeutendste feministin österreichs, gründete 1893 den Allgemeinen Österreichischen Frauenverein. sie kam aus einer wohlhabenden gastwirtsfamilie, heute würde man sagen sie wären eventmanager. das erleichterte ihr den zugang zur wissenschaft und so wandte sie sich der anthropologie und der sprachkunst zu. sie allein konnte die sehnsucht der frau, insbesonders um 1900 – das muss man sich als moderne frau erstmal vorstellen: fühlt sich an wie das mittelalter in der genderforschung.
jedenfalls hat sie es geschafft, die dinge in einen aber präzisen satz auf den punkt zu bringen. wittgenstein hat sicher seine freude gehabt an der leistung dieser so vorbildhaften wienerin. und wittgensteins wort, “wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen” hätte ich gerne der einen oder anderen achsoradikalen emanze ins rote stammbuch geschrieben, denn die argumente die in den 60er jahren durchaus berechtigung hatten sind heute nicht mehr ganz so trefflich.
das gezetere über den haushaltsbeteiligung, pflegearbeit und andere alltagstrivialitäten lähmt langsam den kanal für ernsthafte auseinandersetzung mit dem thema. zumeist sind die jungen männer in der defensive, vor allem wenn mit so einzigartiger aggression und polemik vorgegangen wird. ich glaube das haben die metrosexuellen jungs der hipster und dickhead generation nicht verdient. die haben nämlich zuviel swag um sich noch von ihrer welle des postgenders runterholen zu lassen und in wirklichkeit hört man selbst alice schwarzer nur noch aufgrund ihres b-promi status.
ich würde mich gern mit harten fakten auseinandersetzen, wer wann wo wieviel zuwenig verdient um dann konkret massnahmen zu treffen. wenn jemand zuwenig verdient, wie ich zum beispiel in meinem sozialen wohnzimmer in erdberg, dann muss ich was sagen. oder mir nen deal ausmachen wie ich mir den job noch leisten kann und mir andere vergütungen holen. mir wird von den medien kolportiert, da gibt es gefühlte einskomma fünf milliarden frauen da draussen die in einem vielzuschlecht bezahlten job vor sich hinvegetieren und leiden. okay, ich bin eine von ihnen.